Bangladesch befürchtet einen Rückgang der künftigen Lederexporte.

Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise nach der COVID-19-Pandemie, der anhaltenden Unruhen in Russland und der Ukraine sowie der steigenden Inflation in den USA und europäischen Ländern befürchten bangladeschische Lederhändler, -hersteller und -exporteure, dass sich die Exporte der Lederindustrie in Zukunft verlangsamen werden.
Bangladesch befürchtet einen Rückgang der künftigen Lederexporte.
Laut der Exportförderungsagentur Bangladeschs sind die Exporte von Leder und Lederwaren seit 2010 stetig gestiegen. Im Geschäftsjahr 2017/18 erreichten sie 1,23 Milliarden US-Dollar, sind aber seither drei Jahre in Folge gesunken. Im Geschäftsjahr 2018/19 fielen die Exporterlöse der Lederindustrie auf 1,02 Milliarden US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2019/20 führte die Epidemie zu einem Rückgang der Exporterlöse auf 797,6 Millionen US-Dollar.
Im Geschäftsjahr 2020/21 stiegen die Exporte von Lederwaren um 18 % auf 941,6 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2021/22 erreichte der Exportumsatz der Lederindustrie mit einem Gesamtwert von 1,25 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand – ein Plus von 32 % gegenüber dem Vorjahr. Auch im Geschäftsjahr 2022/23 wird der Aufwärtstrend bei den Exporten von Leder und Lederprodukten anhalten. Von Juli bis Oktober dieses Jahres stiegen die Lederexporte um 17 % auf 428,5 Millionen US-Dollar, verglichen mit 364,9 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Branchenkenner wiesen darauf hin, dass der Konsum von Luxusgütern wie Leder sinkt, die Produktionskosten steigen und die Exportaufträge aufgrund von Inflation und anderen Faktoren zurückgehen. Bangladesch muss zudem die Wettbewerbsfähigkeit seiner Leder- und Schuhexporteure verbessern, um im Wettbewerb mit Vietnam, Indonesien, Indien und Brasilien bestehen zu können. Für das zweite Quartal dieses Jahres wird ein Rückgang der Käufe von Luxusgütern wie Leder in Großbritannien um 22 %, in Spanien um 14 %, in Italien um 12 % und in Frankreich und Deutschland um jeweils 11 % erwartet.
Der Verband der Lederwaren-, Schuh- und Exporteure Bangladeschs fordert die Einbeziehung der Lederindustrie in das Sicherheitsreform- und Umweltentwicklungsprogramm (SREUP), um deren Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und ihr die gleiche Behandlung wie der Bekleidungsindustrie zu ermöglichen. Das SREUP-Projekt ist ein 2019 von der Bangladesh Bank mit Unterstützung verschiedener Entwicklungspartner und der Regierung initiiertes Projekt zur Reform der Sicherheitslage im Bekleidungssektor und zur Verbesserung der Umweltsituation.


Veröffentlichungsdatum: 12. Dezember 2022
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